
40er und 50er Jahre: Lebertran und Hebammenkoffer
Im Dezember 1948 schickt UNICEF als Nachfolgeorganisation der United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) die ersten Frachter von New York nach Hamburg. Not leidende Kinder im kriegszerstörten Europa bekommen Nahrung, Medikamente und Kleidung. Einige Schiffe sind bis an die Luken gefüllt mit Lebertran. Das vitaminreiche Öl aus Kabeljau- und Dorschleber wird an Schulkinder verteilt: zur Stärkung des Immunsystems und zum Schutz vor Rachitis.
In vielen Ländern starben damals bis zu 30 Prozent der Kinder bei oder kurz nach der Geburt. Die Dorfhebamme ist die einzige, die den Müttern beisteht. UNICEF entwickelt deshalb schon in den ersten Jahren seiner Arbeit eine Standardausrüstung für Hebammen. Dazu gehören eine Unterlage, eine scharfe, sterile Klinge, mehrere Schalen, Gaze, Gummihandschuhe, eine Flasche mit Antiseptikum und die wichtigsten Medikamente. Die leichten Aluminiumkoffer werden den Hebammen nach einem mehrtägigen Kurs in Hygiene und Geburtshilfe ausgehändigt. Schon 1955 nutzen allein auf den Philippinen über 2.000 traditionelle Hebammen die Instrumente. Bis heute haben die Hebammenkoffer ihren festen Platz in UNICEF-Nothilfeprogrammen. Ihr Inhalt reicht aus, um 50 Frauen (und ihren Kindern) eine sichere Geburt zu ermöglichen.