UNICEF-Programm in Nepal - Kampf gegen Jodmangel
Jodmangelerkrankungen waren in Nepal schon länger als schwerwiegendes Gesundheitsproblem bekannt. Die allerersten Untersuchungen wurden in den Jahren 1965 bis 1967 durchgeführt. Ein erstes nationales Programm zur Bekämpfung des Jodmangels wurde 1979 initiiert. Seit 1993 gibt es eine neue Initiative von UNICEF, der Regierung von Nepal, der Regierung von Indien und der Salzhandelsgesellschaft, um die gesamte Bevölkerung mit jodiertem Speisesalz zu versorgen.
Seit damals wurde viel erreicht:
- Der vorgeschriebene Jodgehalt im Salz wurde erhöht.
- Die Kapazitäten zur Jodierung des Speisesalzes wurden verstärkt.
- Salz soll nur in 1kg-Polyäthylen-Säcken verpackt werden, um den Jodverlust während Transport und Lagerung zu verringern. UNICEF stellte Maschinen zur Versiegelung und Plastiksäcke zur Verfügung.
- Das Überwachungssystem wurde verstärkt: Aus Indien importiertes Salz wird systematisch getestet und, falls notwendig, erneut jodiert.
Die positiven Resultate der neuen Initiative werden durch Untersuchungen bestätigt:
- Eine Untersuchung im Jahr 1998 ergab, daß 85% der Haushalte jodiertes Salz konsumieren.
- Iodisiertes Salz ist nun fast in allen Gebieten Nepals verfügbar.
- 84% der Frauen und 86% der Schulkinder weisen einen normalen Jodgehalt im Urin auf - ein Zeichen für einen großen Erfolg der Initiative.
- Die durchschnittliche Jodkonzentration im Urin beträgt bei Schulkindern 260 mg/l und bei Frauen 247mg/l. Beide Werte sind weit über dem Grenzwert 100mg/l, der von der WHO festgesetzt wurde, um ein öffentliches Gesundheitsproblem anzuzeigen.
Arbeitsplan für UNICEF
- UNICEF wird weiterhin die Salzjodierung unterstützen.
- UNICEF wird sich zusätzlich besonders auf Beratung und Überwachung konzentrieren.
- UNICEF wird weiterhin Informationskampagnen durchführen. Viele Menschen bevorzugen noch immer Salzbrocken, die nicht jodiert sind. Die Nachfrage nach abgepacktem, jodiertem Feinkristallsalz soll weiter erhöht werden. Vor allem Mütter müssen darüber informiert sein, was Jodmangel für die Gesundheit ihrer Kinder bedeutet.
- Ein Überwachungssystem auf Haushaltsebene wird eingerichtet werden.
- Ein Überwachungssystem auf Schulebene wird eingerichtet werden.
- UNICEF wird die Regierung von Nepal bei der Implementierung des neuen Salzgesetzes unterstützen.
Erfahrungen mit Salzjodierungsprogrammen zeigen:
Schon nach einem Jahr gibt es keine jodmangelbedingten Geburten schwerstbehinderter Kinder mehr. Kröpfe bilden sich zurück. Kinder entwickeln mehr Energie und haben bessere Schulerfolge. Der eingeschlagene Weg muß also weiter beschritten werden.




