
UNICEF Österreich
Wien, 13. April 2010
Ausbruch von Seuchen und Hungersnot in Haiti bis jetzt verhindert, doch vieles bleibt zu tun
Überleben, Schutz und Schulbildung für alle Kinder für UNICEF oberste Priorität
Drei Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti zieht UNICEF Zwischenbilanz der Nothilfe für Kinder, zeigt Herausforderungen auf und skizziert eine Vision für Wiederaufbau und Entwicklung des Landes, bei der Kinder im Zentrum stehen.
Trotz der massiven Katastrophe
- kam es bis jetzt zu keinem Ausbruch von Krankheiten und Seuchen
- erhalten über 1 Million Menschen sauberes Trinkwasser
- werden 200.000 Kinder und Mütter durch Ernährungsprogramme versorgt
- wurden schon 100.000 Kinder geimpft
- erhalten 25.000 Kinder in Institutionen Medikamente und Essen
- werden täglich neue Zeltschulen eröffnet
UNICEF verweist aber auch auf Herausforderungen wie die Versorgung mit Sanitäranlagen oder die Gewaltbedrohung für Frauen und Mädchen in Lagern hin. Kurzfristig sind vor allem die Versorgung der Familien vor der Regenzeit mit verbesserten Unterkünften und Basisdiensten besonders wichtig, sowie der Schutz von Mädchen und Frauen. UNICEF arbeitet bereits mit seinen Partnern am Umzug der Familien von den gefährdeten Übergangslagern in sicherere Standorte.
Langfristig fordert UNICEF, Kinder ins Zentrum aller Hilfsmaßnahmen und Wiederaufbaupläne zu stellen. Um Haiti zu einem besseren Platz für Kinder zu machen sind umfassende und langfristige Programme notwendig. Überleben, Schutz und Schulbildung für alle Kinder sind für UNICEF oberste Priorität. Daher müssen Kinderschutzsysteme sowie Zugang zu Schulbildung und Ernährungsprogrammen geschaffen werden.
UNICEF-Nothilfe
UNICEF hilft mit einem umfassenden Nothilfe- und Wiederaufbauprogramm und deponiert in allen Landesteilen Hilfsgüter, um rasch auf verschärfte Notlagen zum Beispiel nach schweren Regenfällen oder Stürmen reagieren zu können. UNICEF hat insgesamt rund 300 seiner Experten nach Haiti entsandt, die mit einer Vielzahl von Partnern zusammenarbeiten. UNICEF koordiniert die internationale Hilfe in den Bereichen Wasserversorgung, Kinderernährung, Bildung und Kinderschutz und unterstützt folgende Maßnahmen:
Ernährung
- Versorgung und Behandlung von über 170.000 akut mangelernährten Kindern in Ernährungszentren
- 19 so genannten „Baby Zelte“ für etwa 20.000 Säuglinge, wo Mütter mit Kleinkindern, die ihre Babys nicht stillen können, Hilfe erhalten
- routinemäßige Versorgung von über 100.000 Kleinkindern sowie schwangeren und stillenden Frauen mit Erdnusspaste und Proteinkeksen
Gesundheit
- Wiederaufbau und Ausweitung der medizinischen Versorgung von Kindern und Müttern: UNICEF lieferte Medikamente, Verbandszeug und Geräte um 134.000 Menschen drei Monate lang zu versorgen
- Impfkampagne für rund 900.000 Menschen, rund 104.000 Kinder zwischen acht Monaten und sieben Jahren sind inzwischen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern und Röteln geimpft. UNICEF lieferte Impfstoffe, Spritzen und Kühlgeräte
Schulbildung
- landesweiten Aktion des Unterrichtsministeriums: Während der nächsten zwei Monate sollen 700.000 Kinder wieder eine Schule besuchen. LehrerInnen nahmen an Orientierungskursen teil, ein vorläufiger Lehrplan wurde erstellt, der auch psychosoziale Unterstützung und Katastrophenschutz beinhaltet
- UNICEF verteilte 1.400 Schulzelte, 875 Schulen-in-der-Kiste, 1.495 Sets für Kleinkinder und 2.226 Spielkisten
Wasser und Hygiene
- Versorgung von rund 1 Millionen Menschen täglich mit 5 Liter sauberem Trinkwasser. 5.350 Latrinen wurden in den Notlagern angelegt.
- UNICEF verteilte über 65.000 Hygienepakete zur Versorgung von 327.000 Menschen
- Reparatur von Wasserwerken, Handpumpen und Leitungen
Kinderschutz
- 78 Kinderzonen die wöchentlich 55.000 Kindern ein Stück Normalität ermöglichen
- Registrierung und Betreuung von rund 767 unbegleiteten Kindern, UNICEF unterstützt auch die Suche nach den Angehörigen
- Schulung für Mitarbeiter von Behörden und Polizei, um Kinderhandel und illegale Adoptionen zu verhindern
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UNICEF ist bei seiner weltweiten Arbeit für Kinder ausschließlich auf freiwillige Beiträge angewiesen.





