
UNICEF bei der Internationalen AIDS-Konferenz in Wien: Kinder und Jugendliche im Fokus
Wien, 23. Juli 2010 – An der kürzlich zu Ende gegangenen Internationalen AIDS-Konferenz haben UNICEF HIV- und AIDS Experten aus über 35 Ländern teilgenommen. Sie alle sind einer Meinung, dass der Prävention der Mutter-Kind-Übertragung von HIV im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit entscheidende Bedeutung zukommt. Leider verhindert jedoch Stigma immer noch, dass Frauen und Jugendliche der Zugang zu den dringend benötigten Hilfsangeboten finden.
Jedes Jahr werden rund 400 000 Kinder mit HIV geboren. AIDS 2010 erklärte die Eliminierung von HIV bei Babys zur weltweiten Priorität. Dieses Ziel verfolgt auch UNICEF, bekräftigte Anthony Lake, Exekutivdirektor des Kinderhilfswerks der vereinten Nationen.
„Wie haben die Beweise, und wir haben den Rückenwind, den wir brauchen,“ sagte Jimmy Kolker, Direktor für HIV und AIDS bei UNICEF. „Die nächste Hilfswelle sollte so gestaltet werden, dass wir den am schwersten erreichbaren Bevölkerungsgruppen helfen können, damit wirklich jeder Unterstützung bekommt. Die Gesundheit und das Überleben von Müttern und ihren Kindern hängen davon ab.“
Der Erfolg der Prävention von Mutter-Kind-Übertragungen hängt auch davon ab, dass offen über heikle und tabuisierte Themen wie Drogenkonsum bei schwangeren HIV-Positiven Frauen gesprochen wird.
„Drogenkranke Frauen auf der ganzen Welt sehen sich Diskriminierung gegenüber – wegen ihrer Sucht und wegen HIV,“ sagte Nina Ferencic, UNICEF Senior Advisor für HIV und AIDS in der CEE/CIS Region (Osteuropa und Zentralasien) und Koautorin der kürzlich veröffentlichten Studie „Blame and Banishment: The underground HIV epidemic affecting children in Eastern Europe and Central Asia“. “Die Ausgrenzung kann dazu führen, dass eine Mutter nicht zur Schwangerenvorsorge kommt oder diese erst so spät in Anspruch nimmt, dass die Chance, die HIV-Übertragung auf ihr Kind zu verhindern, verloren ist. Das Stigma verstärkt den Teufelskreis aus Sucht und HIV.“
Der Schutz von Kindern, die von HIV und AIDS betroffen sind, die Herausforderungen in der Prävention bei Jugendlichen, sowie Hilfseinrichtungen für HIV-positive Jugendliche waren ebenfalls Gegenstand vieler Vorträge und Workshops in Wien.
UNICEF Mitarbeiter haben über 35 Abstracts und Poster präsentiert; ein Beitrag von Dr. Priscilla Akwara mit dem Titel „Wer ist das verletzliche Kind?“, der Bevölkerungsdaten aus verschiedenen Ländern heranzog, wurde mit dem renommierten CCABA/IAS-Preis ausgezeichnet. Mehr
UNICEF Österreich hat die Aufmerksamkeit rund um die Internationale AIDS-Konferenz dazu benutzt, die Mutter-Kind-Box vorzustellen. Die Box beinhaltet alle Medikamente, die ein Baby vor der Übertragung des HI-Virus von der Mutter schützen. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung kann so auf 1-2 % reduziert werden!
Auf der Konferenz und beim Menschenrechtsmarsch am 20. Juli 2010 wurden rund 3.000 Tröten mit dem Solgan "Babies free from HIV" an die Teilnehmer verteilt, um so den Kindern und ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen. Zwei Straßenbahnen mit UNICEF-Plakaten sind noch bis Ende des Monats in Wien unterwegs, H&M unterstützt die Aktion, indem vier Wochen lang alle Kunden um Spenden gebeten werden.





