
80er Jahre: Einwegspritzen für sicheres Impfen
Impfen gehört zu den effektivsten Mitteln, um die weltweite Kindersterblichkeit dauerhaft zu senken. Das erkannte UNICEF schon in den 50er Jahren, als mit Massenimpfungen in kurzer Zeit 100 Millionen Kinder in Asien und Lateinamerika gegen Tuberkulose geschützt wurden. Doch gerade in den Anfangsjahren der großen Impfkampagnen drohte auch die Gefahr, Kinder durch nicht sterile Nadeln mit anderen Krankheiten zu infizieren.
UNICEF drängte gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation die Hersteller medizinischer Instrumente zur Entwicklung sicherer Spritzen. In den 80er Jahren war endlich eine Lösung da: Einwegspritzen, die nach dem Einsatz automatisch unbrauchbar werden. Seitdem sich AIDS in vielen Ländern ausbreitet, sind Impfkampagnen ohne sie undenkbar. Zu groß wäre das Risiko, dass Kinder durch den mehrfachen Gebrauch einer Nadel mit HIV infiziert würden. Allein im Jahr 2004 beschaffte UNICEF rund 500 Millionen Einwegspritzen. Die benutzten Spritzen werden in speziellen Behältern gesammelt, damit sie keinen Schaden anrichten können. Die Spritzen ermöglichen es UNICEF, auch bei Großeinsätzen wie zuletzt in Bangladesch die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten: Bei der weltweit größten Impfkampagne gegen Masern wurden dort im Frühjahr 2006 rund 33,5 Millionen Kinder geimpft – 50.000 Fachkräfte und 750.000 freiwillige Helfer setzten unter anderem 40 Millionen Einwegspritzen, 2.000 Entsorgungsboxen für die gebrauchten Spritzen und 18.000 Kühltaschen ein.