Mädchen stark machen

Mädchen und Frauen führen oft ein Leben zweiter Klasse. Mädchen bekommen weniger zu essen und werden seltener zum Arzt gebracht. Sie dürfen oft nicht zur Schule gehen, müssen früh heiraten und Kinder bekommen. Millionen Mädchen sind Gewalt oder gefährlichen Traditionen wie der weiblichen Genitalverstümmelung ausgesetzt.

10 Daten und Fakten zu Mädchen dieser Welt  

  • Wie viele Mädchen gibt es weltweit? Derzeit leben circa 1,1 Milliarden weibliche Personen unter 18 Jahren auf der Erde, wobei die Hälfte von ihnen in Asien lebt. Im Jahr 2015 wurden 70 Millionen Mädchen geboren.
  • Armut: Beinahe neun von zehn Mädchen leben in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Der weltweite Durchschnitt der Lebenserwartung eines 2015 geborenen Mädchens ist 73 Jahre. Jedoch gibt es starke Unterschiede zwischen den Ländern – eine Frau, die in einem armen Land geboren wurde, muss mit einer 20 Jahre kürzeren Lebenszeit rechnen als Frauen in einem Industrieland.
  • Bildung: Derzeit erhalten circa 61 Millionen Mädchen im Schulalter keine Bildung. Der Bildungszugang nach Geschlecht variiert von Region zu Region. So ist bei jüngeren Kindern die Zahl der Mädchen und Buben, die nicht zur Schule gehen, circa gleich hoch. Wenn sie älter werden, sind die Ungleichheiten größer. So kommen z.B. in West- und Zentralafrika auf 100 Buben, die eine weiterführende Schule besuchen, durchschnittlich nur 79 Mädchen. In Lateinamerika hingegen gehen weniger Buben in eine weiterführende Schule. Des Weiteren sind 2.5 X mehr Mädchen aus Konfliktgebieten sind schulabgängig als jene in friedlichen Ländern.
  • Arbeit im Haushalt: Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren leisten um 40 Prozent mehr unbezahlte Hausarbeit als Buben. Anders ausgedrückt: Täglich arbeiten Mädchen weltweit 160 Millionen Stunden mehr als Buben in diesem Alter. Die Zahlen zeigen, dass die unverhältnismäßige Belastung durch Haushaltsarbeit früh beginnt. Mädchen zwischen fünf und neun Jahren helfen bereits 30 Prozent oder 40 Millionen Stunden täglich mehr im Haushalt als Buben im selben Alter.
  • Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation/FGM): Bezeichnet die vollständige oder partielle Entfernung der äußeren weiblichen Geschlechtsteile oder andere Verletzungen, die den weiblichen Geschlechtsorganen aus kulturellen oder anderen Gründen zugefügt werden, und die in den praktizierenden Gemeinschaften keine medizinische Notwendigkeit darstellen. Aktuell leben in 30 Ländern mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen, an denen eine Genitalverstümmelung durchgeführt wurde. Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Verfahren, die oft extreme körperliche und geistige Schäden, anhaltendes Bluten, HIV-Übertragungen, Unfruchtbarkeit und Tod verursachen.   
  • Kinderheirat: Kinderheirat stellt eine schwere Verletzung der Menschenrechte dar und ist die wahrscheinlich am meisten verbreitete Form von sexuellem Missbrauch und Ausbeutung von Mädchen, obwohl auch Buben betroffen sind. Wenn junge Mädchen verheiratet werden, müssen sie sich von Familie und Freunden trennen und oft ihre Heimatgemeinde verlassen. Darüber hinaus wird ihnen in den meisten Fällen eine Ausbildung vorenthalten. Kinderheirat führt des Weiteren oft zu Zwangsarbeit und Sklaverei oder sexueller Ausbeutung und Gewalt. Heute leben rund 750 Millionen Frauen und Mädchen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet waren. 
  • Frühe Schwangerschaft: In den ärmsten Ländern der Welt hat jede vierte junge Frau – rund zwölf Millionen - das erste Kind vor ihrem 18. Geburtstag bekommen. Frühe Schwangerschaften können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Mädchen und für ihre gesamte weitere Entwicklung haben. 
  • Gewalt gegen Mädchen: 120 Millionen Mädchen und junge Frauen unter 20 Jahren haben in ihrem Leben bereits sexuelle Gewalt erfahren. Das sind circa 10% aller Mädchen und jungen Frauen weltweit. Auch die Familie ist oft kein sicherer Ort. UNICEF unterstützt Einrichtungen, die die Opfer medizinisch und psychologisch betreuen. In den Gemeinden werden Frauengruppen und Kinderschutzkomitees gestärkt und ausgebaut. Sie engagieren sich für Gleichberechtigung und schlagen Alarm bei Gefahr.
  • Die wirtschaftliche Bedeutung von Mädchen: Junge Frauen, die länger zur Schule gehen, heiraten später und bekommen weniger und gesündere Kinder. Ihre Kinder wiederum gehen mit größerer Wahrscheinlichkeit später auch zur Schule. UNICEF hält fest, dass jedes zusätzliche Schuljahr das zukünftige Einkommen der Kinder um rund zehn Prozent erhöht. Und für jedes zusätzliche Schuljahr, das Jugendliche absolvieren, fällt die Armutsrate des Landes durchschnittlich um neun Prozent. Daher ist es so wichtig Mädchen und junge Frauen eine Schulbildung zu ermöglichen. 
  • Mädchen und die SDGs: Mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Develeopment Goals, kurz: SDGs) hat sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, die weltweite Armut bis 2030 zu beenden. Unter den 17 Hauptzielen befindet sich auch das Ziel Nr. 5 Gleichberechtigung der Geschlechter. Somit sollen Mädchen und junge Frauen sozial, wirtschaftlich und politisch gestärkt werden, um die gleichen Rechte wie Männer zu haben.

So hilft UNICEF

Mädchen in Uganda nach einem Ballspiel
Mädchen in Uganda nach einem Ballspiel

Wir bringen Mädchen in die Schule 

Keine andere Investition schützt Mädchen vor Diskriminierung, Ausbeutung und Gefahren wie AIDS so wirkungsvoll wie Bildung. Die UNICEF-Bildungsprogramme zielen deshalb besonders darauf ab, die Mädchen zu erreichen. In einigen Ländern richtet UNICEF einfache Dorfschulen speziell für Mädchen ein. Auch die Ausbildung von LehrerInnen ist ein wichtiger Schritt gegen Diskriminierung im Klassenzimmer. Mit außerschulischen Bildungsprogrammen spricht UNICEF gezielt Mädchen an, die arbeiten müssen oder das Schulgeld nicht bezahlen können.

Wir stärken die Solidarität

UNICEF unterstützt Mädchenclubs, in denen die Schülerinnen sich nachmittags treffen. Die Gemeinschaft mit anderen Mädchen macht sie selbstbewusster und motiviert viele, die Schule abzuschließen. Auch Themen wie frühe Verheiratung und der Schutz vor AIDS werden hier besprochen. Um schwangere Mädchen und Frauen besser zu betreuen, bildet UNICEF Gesundheitshelferinnen und Hebammen aus.

Brasilianische Mädchen beim Fußballspielen
Brasilianische Mädchen beim Fußballspielen

Wir helfen Opfern von Gewalt und Missbrauch

UNICEF unterstützt Einrichtungen, die Opfer von Gewalt und Ausbeutung medizinisch und psychologisch betreuen und ihnen Schutz bieten. UNICEF trägt Kosten für Operationen, stellt Medikamente zur Verfügung und hilft bei der Fortbildung der Ärzte. Mädchen, die Opfer von Gewalt oder Zwangsprostitution wurden, werden betreut und bei der Rückkehr in ihre Heimat begleitet und unterstützt.

In Flüchtlingslagern richtet UNICEF für Mädchen und Frauen spezielle Zonen ein. Dort sollen sie vor Vergewaltigungen und Kinderhändlern geschützt werden. Mädchen und Frauen, die Opfer von Gewalt im Krieg und auf der Flucht wurden, versucht UNICEF durch psychologische Betreuung zu helfen, ihre traumatischen Erlebnisse zu bewältigen. 

UNICEF unterstützt internationale und nationale Bemühungen zur Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung. UNICEF fördert in zahlreichen Ländern Kampagnen gegen diese Praktik. Aufklärung und Information über die Folgen von Genitalverstümmelung sind fester Bestandteil der Gesundheits-, Ernährungs- und Bildungsprogramme in diesen Ländern.

Ein Mädchen in einer Schule in Darfur, Sudan.
Ein Mädchen in einer Schule in Darfur, Sudan.

Habiba geht zur Schule

Die 15-jährige Habiba Ahmed ist eines von 98 Mädchen in ihrer Schule. Nur selten besuchen so viele Mädchen in Entwicklungsländern eine Schule.

„Manche meiner Freunde gehen nicht zur Schule“, sagt Habiba. „Aber Bildung ist sehr wichtig, weil eine ungebildete Person keine Chance im Leben hat.“

In vielen Teilen der Welt können sich Eltern selbst geringes Schulgeld nicht leisten und behalten ihre Töchter lieber Zuhause um bei der Hausarbeit und mit dem Vieh zu helfen.
Doch nicht Habiba! Sie weiß wie wichtig Bildung ist und möchte diese Chance nicht missen.

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