
Was bedeutet HIV und AIDS?
Das Wort AIDS steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ („Erworbener Immundefekt“). Bei einem Immundefekt ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Als Hauptursache für AIDS gilt die Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Es wird durch infizierte Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Muttermilch übertragen. Niemand steckt sich an, wenn er von einem Erkrankten umarmt oder angehustet wird, wenn er mit ihm aus demselben Glas trinkt oder die gleiche Toilette benutzt.
Warum sind so viele Menschen - auch Kinder - mit HIV infiziert?
Das Thema AIDS wird in vielen Ländern nach wie vor sowohl in Familien als auch in der Öffentlichkeit tabuisiert. Viele wissen nicht, wie sie sich vor AIDS schützen können. Sie benutzen deshalb selten oder nie Kondome. Die niedrige soziale Stellung von Frauen in vielen Ländern macht es ihnen schwer, in Fragen der Sexualität über sich selbst zu bestimmen und den Gebrauch von Kondomen durchzusetzen. Kleinkinder stecken sich während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen bei ihrer Mutter mit dem tödlichen Virus an. Die Mutter- Kind-Übertragung ist für mehr als 90 Prozent der HIV-Infektionen bei Kindern unter 15 Jahren verantwortlich. In Osteuropa ist AIDS Gesundheitsrisiko Nr. 1 für junge Menschen. Die wachsende Armut, der Zerfall der Familien und eine zunehmende Gewalt treiben Kinder auf die Straße. Viele Jugendliche werden drogenabhängig, landen in der Prostitution und stecken sich mit HIV an.
Gibt es HIV/AIDS auch in Österreich?
Im Zeitraum von 1983 bis 1.April 2010 sind in Österreich 2.782 Menschen an AIDS erkrankt, davon 1.516 verstorben. Derzeit gibt es in Österreich 1.266 AIDS-PatientInnen. Täglich passieren in Österreich 1 bis 2 Neuinfektionen. Im Jahr 2009 wurden 507 Neuinfektionen festgestellt, im Jahr 2008 waren es 505. (Quelle: Aids Hilfe Wien)
Wie verbreitet ist die Epidemie weltweit?
Weltweit leben inzwischen 33,4 Millionen Menschen mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit AIDS. AIDS betrifft arme und reiche, Entwicklungs- und Industrieländer. Während es in den meisten Industrieländern durch Aufklärung gelungen ist, die Ausbreitung von AIDS zu stoppen und teilweise auch zurückzudrängen, hat sich AIDS in Afrika zur größten sozialen Katastrophe in der Geschichte des Kontinents entwickelt. Zwei Drittel der HIV-Infizierten leben in den Ländern südlich der Sahara. Auch in Asien und Osteuropa fordert die Krankheit immer mehr Opfer. AIDS trifft inzwischen vor allem die junge Generation: Ein Drittel der HIV-Infizierten ist 15 bis 24 Jahre alt. Frauen sind besonders gefährdet.
Inwiefern sind Kinder von HIV/AIDS betroffen?
AIDS hat sich zu einer weltweiten Epidemie ausgebreitet. Darunter leiden besonders die Kinder:
- Kinder sind selbst infiziert. Säuglinge und kleine Kinder stecken sich bei ihrer Mutter an. Etwa die Hälfte dieser Kinder stirbt vor dem zweiten Geburtstag, wenige werden älter als fünf Jahre, wenn sie nicht behandelt werden. Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an den Folgen der Immunschwächekrankheit. 2008 wurden 350.000 neu infiziert. Das sind viermal so viele Kinder wie im selben Jahr in Österreich geboren wurden (2008: 76.655 Geburten in Österreich, Quelle: Statistik Austria)
- Kinder haben infizierte Eltern, die krank oder bereits gestorben sind. 15 Millionen Mädchen und Buben haben weltweit bereits Mutter und/oder Vater verloren. Viele Waisen müssen sich alleine durchschlagen. Sie sind besonders anfällig für Ausbeutung und Missbrauch.
- Kinder sind betroffen, weil sie kranke Familienmitglieder versorgen müssen. Sie haben dann keine Zeit mehr, zur Schule zu gehen. Das wenige Geld der Familie wird für die Versorgung der Kranken gebraucht.
- AIDS zerstört die Zukunft der Kinder: Die Einschulungsrate und die Impfraten sinken, die Kindersterblichkeit steigt. Im südlichen Afrika droht eine ganze Generation zu sterben. Die Krankheit zehrt die zusätzliche Lebenserwartung auf, die der medizinische Fortschritt und die besseren Lebensverhältnisse in den vergangenen vier Jahrzehnten gebracht haben.
Gibt es keine Medikamente für Kinder?
Von den schätzungsweise 2,1 Millionen HIV-infizierten Kindern unter 15 Jahren bekommen weniger als die Hälfte Medikamente. In armen Ländern können sich viele Menschen diese lebensverlängernden Medikamente nicht leisten.Dabei wäre auch die Behandlung der Eltern enorm wichtig. Diese würden ihnen nicht nur mehr Lebenszeit schenken, sondern ihnen auch die Chance geben, sich weiter um ihre Kinder zu kümmern.
Wie hilft UNICEF?
- Mutter-Kind-Übertragung stoppen: Kleinkinder kann man schützen, indem man ihnen und ihren HIV-infizierten Müttern rechtzeitig antiretrovirale Medikamente verabreicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutter das Virus auf ihr Kind überträgt, kann mittlerweile auf 1 bis 2 Prozent reduziert werden. UNICEF stellt AIDS-Tests für schwangere Frauen zur Verfügung und verbessert deren Versorgung während Schwangerschaft und Geburt. In Krankenhäusern werden betroffene Frauen über die Folgen einer Infektion informiert und beraten.
- Medizinische Versorgung: UNICEF bietet HIV-infizierten Schwangeren und ihren Familienangehörigen medizinische Beratung und Behandlung. UNICEF stellt preiswerte Antibiotika zur Verfügung, die Infektionen unterdrücken. Das Medikament Cotrimoxazol beispielsweise ist so wirkungsvoll, dass es die Todesfälle bei HIV-infizierten Kindern in einer medizinischen Studie fast halbierte. UNICEF stattet Gesundheitsstationen aus und hilft, neue Stationen einzurichten, in denen AIDS-Kranken geholfen werden kann. Außerdem beteiligt sich UNICEF an der Beschaffung von antiretroviralen Medikamenten zur Behandlung von AIDS-kranken Kindern und ihren Eltern.
- Aufklärung/Prävention: Mit Aufklärungsprogrammen spricht UNICEF gerade junge Menschen an und bezieht sie aktiv ein. Informationen über die Immunschwächekrankheit werden über die Schule, Medien, Theaterstücke und Jugendgruppen verbreitet. Kinder und Jugendliche selbst spielen bei der AIDS-Aufklärung eine entscheidende Rolle. Sie organisieren Diskussionen und Aufklärungsveranstaltungen für ihre Altersgenossen, z. B. in Jugendclubs.
- Überlebenshilfe für Waisen und andere betroffene Kinder: UNICEF stärkt in vielen Ländern die Gemeinden und Familien, damit sie sich trotz der bereits extremen Belastung durch die AIDS-Epidemie selbst um Waisen und kranke Kinder kümmern können. Lokale Organisationen und Privatpersonen in den Dörfern lernen, wie sie zum Beispiel einfache Tagesstätten für Waisen und andere Kinder aufbauen können. Außerdem hilft UNICEF den Gemeinden, das Überleben der von AIDS betroffenen Familien durch Kleinkredite zu sichern. So können sie zusätzliches Land bebauen, um die Nahrungsmittelversorgung der Waisen zu sichern.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!
Österreichisches Komitee für UNICEF; PSK 15 16 500; BLZ 60.000; "Aidswaisen"
Konkrete Hilfsgüter aus dem UNICEF SHOP FOR LIFE: zum Beispiel HIV-Tests oder eine Mutter-Kind-Box
Danke! UNICEF finanziert seine Programme für Kinder ausschließlich mit freiwilligen Beiträgen.
Machen Sie mit UNICEF eine AIDS-freie Generation möglich! Mit der Mutter-Kind-Box kann die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind verhindert werden.
Die UNICEF-Kampagne zum Thema "Kinder und AIDS"
XVIII. Internationale AIDS Konferenz (AIDS 2010) in Wien
Infomaterial zum Thema HIV/AIDS
The Global Campaign on Children and AIDS: UNITE FOR CHILDREN - UNITE AGAINST AIDS - Website









