
Was bedeutet HIV und AIDS?
Das Wort AIDS steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ („Erworbener Immundefekt“). Bei einem Immundefekt ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Als Hauptursache für AIDS gilt die Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Es wird durch infizierte Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Muttermilch übertragen. Niemand steckt sich an, wenn er von einem Erkrankten umarmt oder angehustet wird, wenn er mit ihm aus demselben Glas trinkt oder die gleiche Toilette benutzt.
Warum sind so viele Menschen - auch Kinder - mit HIV infiziert?
Das Thema HIV wird in vielen Ländern nach wie vor sowohl in Familien als auch in der Öffentlichkeit tabuisiert. Viele wissen nicht, wie sie sich vor eine Infektion mit dem HI-Virus schützen können. Sie benutzen deshalb selten oder nie Kondome. Die niedrige soziale Stellung von Frauen in vielen Ländern macht es ihnen schwer, in Fragen der Sexualität über sich selbst zu bestimmen und den Gebrauch von Kondomen durchzusetzen. In Osteuropa ist HIV Gesundheitsrisiko Nr. 1 für junge Menschen. Die wachsende Armut, der Zerfall der Familien und eine zunehmende Gewalt treiben Kinder auf die Straße. Viele Jugendliche werden drogenabhängig, landen in der Prostitution und stecken sich mit HIV an.
Kleinkinder stecken sich während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen bei ihrer Mutter mit dem tödlichen Virus an. Die Mutter-Kind-Übertragung ist für mehr als 90 Prozent der HIV-Infektionen bei Kindern unter 15 Jahren verantwortlich.
Gibt es HIV und AIDS auch in Österreich?
Im Zeitraum von 1983 bis 14. November 2011 sind in Österreich 3659 Menschen an AIDS erkrankt, davon 1.945 verstorben. Derzeit gibt es in Österreich 2383 AIDS-PatientInnen. Täglich passieren in Österreich 1 bis 2 Neuinfektionen. Im Jahr 2010 wurden 487 Neuinfektionen festgestellt, im Jahr 2009 waren es noch 507. (Quelle: Aids Hilfe Wien)
Wie verbreitet ist die Epidemie weltweit?
HIV betrifft arme und reiche, Entwicklungs- und Industrieländer. Ende 2010 waren rund 34 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert. Davon 3,4 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Obwohl weltweit die Zahl der Neuinfektionen zurückgeht, gab es 2010 noch immer 2,7 Millionen neue HIV-Infektionen, darunter 390 000 bei Kindern unter 15 Jahren.
Bei den Fortschritten gibt es starke regionale Unterschiede. Während es in den meisten Industrieländern durch Aufklärung gelungen ist, die Ausbreitung von AIDS zu stoppen und teilweise auch zurückzudrängen, hat sich AIDS in Afrika zur größten sozialen Katastrophe in der Geschichte des Kontinents entwickelt.
Die Hälfte der mit HIV infizierten Menschen sind Frauen. Doch in den Ländern südlich der Sahara sind rund 60 der Frauen mit dem HI-Virus infiziert.
Gibt es Fortschritte im weltweiten Kampf gegen die Verbreitung von HIV?
In den letzten 10 Jahren konnten weltweit bemerkenswerte Fortschritte im Kampf gegen HIV erzielt werden.
- Neuinfektionen gingen um 15% zurück und die durch AIDS verursachten Todesfälle um 22%.
- 2010 hatten 22 mal mehr HIV-infizierte Menschen Zugang zu antiretroviraler Therapie (ART) als 2003
- Bis Ende 2010 konnten sich über 6,65 Millionen Menschen in Entwicklungsländern einer HIV-Behandlung unterziehen – ein Jahr zuvor waren es nur 5,2 Millionen
- Rund 48% der schwangeren Frauen, die mit HIV infiziert sind, erhielten eine wirksame Therapie gegen die Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind.
- 456.000 Kinder unter 15 Jahren erhielten 2010 eine Behandlung gegen HIV. 2009 waren es nur rund 354.600.
Leider gibt es aber auch Länder und Bereiche, in denen noch kein Fortschritt bemerkbar ist: So verzeichnen z.B. Osteuropa und Zentralasien einen dramatischen Anstieg der Neuinfektionen um 250% in den vergangenen zehn Jahren. Betroffen sind vor allem Prostituierte und Suchtkranke.
Inwiefern sind Kinder von HIV/AIDS betroffen?
Unter HIV und AIDS leiden besonders die Kinder:
- Kinder sind selbst infiziert. Säuglinge und kleine Kinder stecken sich bei ihrer Mutter an. Etwa die Hälfte dieser Kinder stirbt vor dem zweiten Geburtstag, wenige werden älter als fünf Jahre, wenn sie nicht behandelt werden. Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an den Folgen der Immunschwächekrankheit. 2010 wurden 390.000 neu infiziert. Das sind fast fünfmal so viele Kinder wie im selben Jahr in Österreich geboren wurden (2010: 78.742 Geburten in Österreich, Quelle: Statistik Austria)
- Kinder haben infizierte Eltern, die krank oder bereits gestorben sind. Viele Waisen müssen sich alleine durchschlagen. Sie sind besonders anfällig für Ausbeutung und Missbrauch.
- Kinder sind betroffen, weil sie kranke Familienmitglieder versorgen müssen. Sie haben dann keine Zeit mehr, zur Schule zu gehen. Das wenige Geld der Familie wird für die Versorgung der Kranken gebraucht.
- HIV zerstört die Zukunft der Kinder: Die Einschulungsrate und die Impfraten sinken, die Kindersterblichkeit steigt.
Wie hilft UNICEF?
- Mutter-Kind-Übertragung stoppen: Kleinkinder kann man schützen, indem man ihnen und ihren HIV-infizierten Müttern rechtzeitig antiretrovirale Medikamente verabreicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutter das Virus auf ihr Kind überträgt, kann mittlerweile auf 1 bis 2 Prozent reduziert werden. UNICEF stellt AIDS-Tests für schwangere Frauen zur Verfügung und verbessert deren Versorgung während Schwangerschaft und Geburt. In Krankenhäusern werden betroffene Frauen über die Folgen einer Infektion informiert und beraten.
- Medizinische Versorgung: UNICEF bietet HIV-infizierten Schwangeren und ihren Familienangehörigen medizinische Beratung und Behandlung. UNICEF stellt preiswerte Antibiotika zur Verfügung, die Infektionen unterdrücken. Das Medikament Cotrimoxazol beispielsweise ist so wirkungsvoll, dass es die Todesfälle bei HIV-infizierten Kindern in einer medizinischen Studie fast halbierte. UNICEF stattet Gesundheitsstationen aus und hilft, neue Stationen einzurichten, in denen AIDS-Kranken geholfen werden kann. Außerdem beteiligt sich UNICEF an der Beschaffung von antiretroviralen Medikamenten zur Behandlung von AIDS-kranken Kindern und ihren Eltern.
- Aufklärung/Prävention: Mit Aufklärungsprogrammen spricht UNICEF gerade junge Menschen an und bezieht sie aktiv ein. Informationen über die Immunschwächekrankheit werden über die Schule, Medien, Theaterstücke und Jugendgruppen verbreitet. Kinder und Jugendliche selbst spielen bei der AIDS-Aufklärung eine entscheidende Rolle. Sie organisieren Diskussionen und Aufklärungsveranstaltungen für ihre Altersgenossen, z. B. in Jugendclubs.
- Überlebenshilfe für Waisen und andere betroffene Kinder: UNICEF stärkt in vielen Ländern die Gemeinden und Familien, damit sie sich trotz der bereits extremen Belastung durch die AIDS-Epidemie selbst um Waisen und kranke Kinder kümmern können. Lokale Organisationen und Privatpersonen in den Dörfern lernen, wie sie zum Beispiel einfache Tagesstätten für Waisen und andere Kinder aufbauen können. Außerdem hilft UNICEF den Gemeinden, das Überleben der von AIDS betroffenen Familien durch Kleinkredite zu sichern. So können sie zusätzliches Land bebauen, um die Nahrungsmittelversorgung der Waisen zu sichern.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!
Österreichisches Komitee für UNICEF; PSK 15 16 500; BLZ 60.000; "Kinder und Aids"
Konkrete Hilfsgüter aus dem UNICEF SHOP FOR LIFE: zum Beispiel HIV-Tests
Danke! UNICEF finanziert seine Programme für Kinder ausschließlich mit freiwilligen Beiträgen.
Infomaterial zum Thema HIV/AIDS
The Global Campaign on Children and AIDS: UNITE FOR CHILDREN - UNITE AGAINST AIDS - Website









