Schweres Erdbeben in Haiti
Am Dienstag, dem 12. Jänner 2010 um circa 16:53 lokaler Zeit erschütterte eine Erdbeben der Stärke 7.0 auf der Richterskala Haiti. Das Epizentrum des Bebens befand sich nur 15 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince und nur 8 km unter der Erdoberfläche. Rund 40 (!) Nachbeben mit Stärken zwischen 4,5 und 5,9 folgten sowohl am 12. als auch am 13. Jänner.
Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das Land blickt auf Jahre geprägt von Gewalt, Instabilität und Unsicherheit zurück und litt in seiner Geschichte immer wieder unter Naturkatastrophen. Rund 9 Millionen Menschen leben in Haiti. 46% der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt. Nur einer von 50 Einwohnern hat einen festen Arbeitsplatz und Einkommen.
Lebensrettende Hilfsmaßnahmen bleiben weiterhin dringlich
Obwohl die Such- und Rettungsphase definitiv abgeschlossen ist, bleibt der Fokus der Hilfsaktionen weiterhin auf lebensrettenden Maßnahmen. Schätzungen gehen davon aus, dass über 1,26 Millionen Kinder vom Erdbeben direkt betroffen sind – davon ca. 700.000 Kinder im Schulalter.
Prioritäten
Die dringlichsten Schwerpunkte des gesamten Hilfseinsatzes bleiben:
- adäquate Unterkünfte (23% des geschätzten Bedarfs konnten bisher gedeckt werden);
- sanitäre und hygienische Maßnahmen (die Abdeckungsrate beträgt derzeit ca. 25%, vor dem Erdbeben 17%);
- Nahrungsmittel.
Das Überleben der Kinder muss gesichert werden
Dicht besiedelte und überfüllte Notlager und der Mangel an sauberem Wasser und Nahrungsmitteln, sowie schlechte hygienische Bedingungen stellen für Kinder eine große Gefahr dar. Sie können an akuten Atemwegsinfektionen und tödlichen Krankheiten wie Masern und Durchfall erkranken und sterben.
Vor allem die drohende Regensaison, die gewöhnlich Anfang März beginnt, wird die derzeitige Situation noch weiter verschlimmern. Daher ist es dringend notwendig, bestehende Lücken im Bereich der sanitären Anlagen, der Hygiene, sowie der medizinischen Versorgung zu adressieren und zu schließen.
Die Rückkehr zum Status Quo ist nicht genug
Soziale Sicherheitsnetze und andere soziale Schutzinstrumente waren bereits vor der Krise nahezu nicht existent. Basisdienstleistungen wie Schulbildung wurden beinahe ausschließlich von privaten Akteuren betrieben.
Jeder Wiederaufbauplan, der die Bedürfnisse von Kindern in Betracht zieht, zielt über den Status Quo hinaus auf die Umsetzung der Rechte von Kindern auf Überleben, Bildung und Schutz ab.
UNICEF hilft!
Bereits vor dem Erdbeben hat UNICEF für bessere Lebensbedingungen der Kinder in Haiti gekämpft. Daher war es möglich schon wenige Stunden nach der Katastrophe mit der Soforthilfe zu beginnen.
UNICEF hat bereits massenhaft Hilfsgüter und KrisenexpertInnen ins Katastrophengebiet gebracht. Darunter Plastikplanen, Wasserkanister, Tabletten zur Wasseraufbereitung, Medikamente, mobile Lagerhäuser, Kommunikationsgeräte, Zelte, Erste-Hilfe-Pakete, Wassertanks und vieles mehr.
UNICEF koordiniert in Haiti alle Hilfsmaßnahmen in den Bereichen Wasser und Sanitäranlagen, Ernährung, Kinderschutz, sowie Schulbildung, um dafür zu sorgen, dass alle ins Land gebrachten Hilfsgüter auch dort ankommen, wo diese am dringendsten gebraucht werden.
Binnen kürzester Zeit konnte mit einer groß angelegten Impfkampagne für unter 7-Jährige begonnen werden. Über eine halbe Million Kinder werden gegen Masern, Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft.
Unbegleitete Kinder werden von UNICEF – in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen – identifiziert und registriert. In eigens eingerichteten Kinderschutzzentren werden die Kinder mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt, medizinisch behandelt, psychologisch betreut und vor Missbrauch und Ausbeutung beschützt. UNICEF sucht auch nach überlebenden Angehörigen, um die Kinder bald wieder mit ihren Familien vereinen zu können.
Bitte helfen Sie!
So könnte Ihre Spende helfen:
- 17,60 Euro kosten 20 Packungen Hoch proteinhaltige Kekse, speziell entwickelt für mangelernährte Kinder in Extremsituationen.
- Um 11,80 Euro kann ein Kind gegen die sechs größten Kinderkrankheiten geimpft werden.
- Ein Hygieneset für 10 Familien kostet 111 Euro. Das Hygieneset sorgt mit Wasserreinigungs- tabletten, Kanister, Kübel und Seife in Notsituationen für Hygiene und schützt vor gefährlichen Krankheiten.
- 194,20 Euro kostet eine Schule in der Kiste. Diese Metallbox enthält Schulsachen wie Bleistifte, Hefte, Schultaschen, sowie Unterrichtsmaterialen für Schüler und Lehrer. Sie ermöglicht es nach Katastrophen den Kindern möglichst rasch ein Stück Normalität zurück zu geben.
UNICEF ist bei seiner weltweiten Arbeit für Kinder ausschließlich auf freiwillige Beiträge angewiesen.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!
Österreichisches Komitee für UNICEF; PSK 15 16 500; BLZ 60.000; "Kinder Haiti"
Konkrete Hilfsgüter aus dem UNICEF SHOP FOR LIFE!
Danke! UNICEF finanziert seine Programme für Kinder ausschließlich mit freiwilligen Beiträgen.
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