
Notfall Kongo | City of Joy | Hilfe für Kindersoldaten | Hilfe für vergewaltigte Mädchen
Schutz und Hilfe für vergewaltigte Mädchen
Seit 1996 steht sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen in der Demokratischen Republik Kongo an der Tagesordnung. Bewaffnete Milizen überfallen immer wieder Dörfer und setzen Vergewaltigungen gezielt als Waffe ein. Hunderttausende Mädchen und Frauen wurden seit Beginn der Konflikte vergewaltigt. Grausamsten Torturen unterzogen. Durch Folter getötet. Die Überlebenden haben schwerste Verletzungen. Viele sind mit HIV angesteckt oder müssen die Kinder ihrer Peiniger austragen. Mädchen und Frauen jeden Alters werden brutal misshandelt, schwer verletzt oder verstümmelt. Selbst Kleinkinder werden nicht verschont.
Die Soldaten wollen die Dorfbewohner mit den brutalen Übergriffen erniedrigen und ihre Gegner demoralisieren. Ehemänner oder Väter werden deshalb häufig gezwungen, bei den Vergewaltigungen zuzusehen. Immer wieder werden Mädchen und Frauen von Soldaten verschleppt und in ihren Camps über Monate missbraucht.
"CITY OF JOY"
UNICEF se
tzt sich vehement dafür ein, dass die Gewalt gegen Mädchen gestoppt wird und dass die Mädchen jede Hilfe erhalten, die sie brauchen.
Deshalb hat UNICEF mit seinem Partner V-Day die „CITY OF JOY“ ("La Cite de la Joie") gebaut, wo Mädchen und Frauen Schutz und einen neuen Anfang finden. Bau und Fertigstellung verzögerten sich durch Kämpfe und Gewaltausbrüche immer wieder, doch im Februar 2011 fand die feierliche Eröffnung statt.
Die „CITY OF JOY“ – die Stadt der Freude – bietet den Mädchen und Frauen unter dem Motto "From Pain to Power" Schutz, medizinische und psychologische Betreuung sowie eine Ausbildung. Die große Herausforderung: den Mädchen bei der Rückkehr in ihre Familien zu helfen und ihnen den Start in ein neues Leben zu ermöglichen. Zum „CITY OF JOY“- Programm gehören auch kleine „JOY CENTERS“ in von dieser Gewalt betroffenen Dörfern. UNICEF hilft den Opfern. UNICEF kämpft aber auch gegen diese brutale Gewalt und hat die „Stop Rape Now“- Kampagne ins Leben gerufen.
Wie hilft UNICEF?
Medizinische und psychologische Versorgung
UNICEF unterstützt in den Städten Goma und Bukavu zwei Krankenhäuser, die vergewaltigte Mädchen medizinisch versorgen. UNICEF trägt die Kosten für Operationen, stellt Medikamente zur Verfügung und hilft bei der Fortbildung der Ärzte. Die Überfälle der Soldaten sind häufig so brutal, dass die Mädchen und Frauen schwere innere Verletzungen davontragen und mehrfach operiert werden müssen - ganz zu schweigen von der Traumatisierung, die mit den Gewaltakten einhergeht. Auch in der "CITY OF JOY" werden die Mädchen medizinisch und psychologisch betreut.
Bildung als Schlüssel zum Selbstbewusstsein
Drei von vier Mädchen und Frauen im Kongo können weder schreiben noch lesen. Die meisten wissen nicht, wie man sich vor HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann. Die Ansteckungsgefahr mit dem HI-Virus steigt mit der wirtschaftlichen Not in den Bürgerkriegsgebieten. Viele Mädchen und Frauen fliehen aus den umkämpften Dörfern in die Städte und schlagen sich hier als Bettlerin oder Prostituierte durch. Sie sind besonders in Gefahr, sich mit HIV zu infizieren oder ungewollt schwanger zu werden. Im Kongo haben die wenigsten Mädchen ausreichende Informationen über den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und Verhütung. UNICEF veranstaltet in der „CITY OF JOY“ Schreib- und Lesekurse , klärt über HIV/AIDS auf und stärkt die Mädchen in ihren Rechten.
Reintegration und Aufklärung
Vergewaltigte Mädchen und Frauen können in den meisten Fällen nicht einfach zurück zur Familie. Sexuelle Gewalt ist im Kongo ein großes Tabuthema. Viele Opfer wagen es
zudem aus Scham nicht, eine Vergewaltigung öffentlich zu machen oder gar anzuzeigen. Dabei bräuchten besonders Mädchen, die von einem ihrer Peiniger schwanger geworden sind, dringend Unterstützung. Die Angehörigen und anderen Mitglieder der Gemeinde wissen nicht, wie sie mit den Betroffenen umgehen sollen und reagieren mit Zurückweisung. Dadurch leiden die Mädchen noch viel mehr. UNICEF spricht mit den Angehörigen, damit die betroffenen Mädchen und Frauen nicht zurückgewiesen werden. Außerdem hält UNICEF spezielle Trainings ab, in denen das Selbstbewusstsein der Mädchen wieder aufgebaut werden soll. Auch in der „CITY OF JOY“ werden solche Trainings abgehalten.






