UNICEF Statement zur Freilassung der von Boko Haram entführten Chibok Schulmädchen

Mehr als 80 entführte Mädchen wurden von Boko Haram freigelassen.
Mehr als 80 entführte Mädchen wurden von Boko Haram freigelassen.

von Pernille Ironside, UNICEF Repräsentantin in Nigeria

ABUJA, Nigeria, 7. Mai 2017 – „UNICEF begrüßt die am Samstag stattgefundene Freilassung von mehr als 80 Mädchen, die vor über drei Jahren von Boko Haram Rebellen in ihrer Schule in Chibok entführt worden waren.“

"Es ist herzerfrischend zu wissen, dass die Mädchen zu ihren Familien zurückkehren werden, welche auf diesen Tag gewartet haben. Sie sehen einem langen und schwierigen Prozess entgegen, um ihre Leben nach dem unbeschreiblichen Horror und Trauma, das sie in den Händen von Boko Haram erlitten haben, wieder aufzubauen."

„UNICEF steht bereit, um die nigerianischen Autoritäten dabei zu unterstützen, umfassende psychologische Unterstützung und andere notwendige spezialisierte Services anzubieten. Wir werden helfen, die Mädchen wieder mit ihren Familien zusammenzuführen und sicherstellen, dass sie ihre Schulbildung in sicherer Umgebung fortsetzen können. Mitarbeiter einer von UNICEF unterstützten Gesundheitsklinik haben bereits Sofortmaßnahmen unterstützt, um die Mädchen zu identifizieren und medizinische Untersuchungen vor ihrem Weitertransport durchzuführen.“

„UNICEF ruft Boko Haram auf, alle schweren Verstöße gegen Kinder, insbesondere die Entführung von Kindern sowie den sexuellen Missbrauch und Zwangsverheiratungen von Mädchen, zu beenden.“

„Wir sprechen der Regierung unsere Anerkennung für diese wichtige Leistung aus, die Kinder, die vom Konflikt in Nordost-Nigeria betroffen sind, zu schützen und dabei gleichzeitig zutiefst um die tausenden von Frauen und Kindern besorgt zu bleiben, die immer noch von Boko Haram festgehalten werden. Es müssen größere Anstrengungen unternommen werden, um sie alle in Sicherheit und nach Hause zu ihren Familien zu bringen.“

„UNICEF reagiert umfassend, um den Kindern zu helfen, die vom Konflikt in der Tschadsee-Region betroffen sind und arbeitet mit nationalen Autoritäten zusammen, um hunderte von Kindern und Frauen zu unterstützen, die von Boko Haram entkommen konnten oder freigelassen wurden. Jedes Kind ist einzigartig und erfordert einen unterschiedlichen Grad an Unterstützung. Es gibt daher keine Standardformel oder definierten Zeitrahmen, in dem sich diese Kinder wieder erholen. UNICEF hat sich verpflichtet, mit unseren verfügbaren Ressourcen alles zu tun, was nötig ist, solange es diesen Kindern hilft, einen Sinn für Normalität zurückzugewinnen.“

 

Im April 2017 veröffentlichte UNICEF den Report "Silent Shame" über die Situation der Kinder, die von Boko Haram entführt wurden. Download UNICEF-Report Silent Shame: Bringing out the voices of children caught in the Lake Chad crisis. (PDF, Engl. 1,80MB)