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Durchfall und Lungenentzündung fordern jedes Jahr 2 Millionen Kinderleben

08.06.2012 - unicef.at, Pressemeldungen, Gesundheit

UNICEF ruft dringend zum Handeln auf!

Durchfall und Lungenentzündung - zwei der Haupttodesursachen von Kleinkindern
Durchfall und Lungenentzündung gehören zu den Haupttodesursachen von Kleinkindern, die beiden Krankheiten sind für 29 Prozent aller Todesfälle von Unter-5-Jährigen verantwortlich. Das sind jährlich über 2 Millionen Kinderleben. Besonders betroffen sind die ärmsten Regionen und benachteiligte Kinder. Fast 90 Prozent dieser Todesfälle passieren im südlichen Afrika und in Südasien und die Hälfte dieser Todesfälle ereignen sich in nur fünf Ländern: Indien, Nigeria, Demokratische Republik Kongo, Pakistan und Äthiopien.

Durchfall und Lungenentzündung galten lang als Armutskrankheiten und sind eng mit Faktoren wie Unterernährung und dem Fehlen von Basisdiensten verbunden. Gute Ernährung, Impfungen, Trinkwasser, Sanitäranlagen und Händewaschen können Infektionen verhindern. Kostengünstige Behandlungen wie Antibiotika und orale Rehydrationssalze retten Kinderleben.

Über 2 Millionen Kinderleben könnten gerettet werden!
Modellschätzungen gehen davon aus, dass bis 2015 über 2 Millionen Kinderleben gerettet werden können – wenn Schlüsselmaßnahmen auch die ärmsten Kinder erreichen:

  • Impfschutz
    Neue Impfstoffe können das Sterben der Kinder verhindern, viele arme Länder haben bereits Impfung gegen Haemophilus Influenzae B eingeführt, auch Impfstoffe gegen Pneumokokken sind verfügbar, ebenso wie der Rotavirus-Impfstoff. Die Herausforderung besteht nun darin, auch die ärmsten Kinder damit zu erreichen.
  • Ernährung
    Stillen während der ersten sechs Lebensmonate gehört zu den kostengünstigsten Maßnahmen für das Überleben der Kinder und kann die Sterberate erheblich reduzieren. Mangelernährung trägt zur Hälfte aller Todesfälle von Kindern bei, ausreichende und gesunde Ernährung gerade für benachteiligte Kinder ist unerlässlich für ihr Überleben.
  • Trinkwasser und Sanitäranlagen
    Das Millenniumsziel für Trinkwasser (Halbierung des Anteils der Menschen ohne sicheres Trinkwasser bis 2015) wurde bereits erreicht. Doch noch immer haben 783 Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser – das sind 11 Prozent aller Menschen. 2,5 Milliarden Menschen haben keine ausreichenden sanitären Einrichtungen. Schmutziges Wasser, fehlende Sanitäranlagen und mangelnde Hygiene tragen zu 90 Prozent der Todesfälle in Folge von Durchfallerkrankungen bei. Allein Händewaschen mit Seife reduziert das Risiko von Durchfallerkrankungen um mehr als 40 Prozent und von Lungenentzündung um fast 25 Prozent.
  • Behandlung von Lungenentzündung
    Rechtzeitige Erkennung der Symptome, adäquate Betreuung und Antibiotika sind Lebensretter. Doch nur ein Drittel aller Kinder mit Verdacht auf Lungenentzündung erhalten die richtigen Medikamente.
  • Behandlung von Durchfallerkrankungen
    Nur 39 Prozent der erkrankten Kinder erhalten die richtige Betreuung und nur ein Drittel wird mit oralen Rehydrationssalzen versorgt. Während des letzten Jahrzehnts wurden hier kaum Fortschritte gemacht, UNICEF sieht dringenden Handlungsbedarf!

Ungleich verteilter Fortschritt
Die Welt hat große Fortschritte im Kampf gegen die Kindersterblichkeit gemacht. 1990 starben noch 12 Millionen vor ihrem 5. Geburtstag, 2010 waren es 7,6 Millionen. Dieser Fortschritt ist allerdings ungleich verteilt, Sterberaten von Kindern sind bei armen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen ungleich höher.

Doch der Kampf gegen Lungenentzündung und Durchfall wurde vernachlässigt, UNICEF ruft dringend zum Handeln auf: Lebensrettende Maßnahmen müssen verstärkt werden und Kinder aus allen Bevölkerungsgruppen erreichen.

Der Report „Pneumonia and diarrhoea. Tackling the deadliest diseases for the world’s poorest children” zum Download.

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