Unternehmen übernehmen Verantwortung -

Die 5-jährige Fatma aus dem Sudan. Ihre Mutter hat sich nach Aufklärung durch UNICEF gegen FGM/C entschieden.
Die 5-jährige Fatma aus dem Sudan. Ihre Mutter hat sich nach Aufklärung durch UNICEF gegen FGM/C entschieden.

Corporate Social Responsibilty 

Wir hoffen, dass die Grundsätze den Unternehmen auf der ganzen Welt bei ihrer Interaktion mit Kindern als Inspiration und Leitfaden dienen. 

Unternehmen, die Kinder und deren Rechte respektieren oder unterstützen und diese Grundsätze in all ihre Abläufen verwirklichen, schaffen wertvolle und nachhaltige Vorteile für alle. Davon profitieren nämlich nicht nur die Kinder und die Gesellschaft, sondern auch die Unternehmen selbst. Denn stabile Gemeinschaften sind wichtig für ein faires und produktives Unernehmen.


(Die Kinderrechts- und Unternehmensgrundsätze wurden gemeinsam mit Unternehmensexperten, Kinderrechtsexperten, der Zivilgesellschaft, Regierungen und Kindern entwickelt. Guidelines aufgestellt von Save the Children, UNICEF und United Nations Global Compact.)


Vorteile für Unternehmen

Der Einsatz für Kinderrechte... 

... kann dem  Unternehmen einen guten Ruf sichern, das Risikomanagement verbessern und die soziale Wertschätzung erhöhen - darunter fällt auch die Unterstützung und das Vertrauen der Menschen, die am Standort des Unternehmens leben und arbeiten. 

... hilft auch, motivierte Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten. Man könnte zum Beispiel Angestellte in ihrer Rolle als Eltern und Betreuer unterstützen, Jugendbeschäftigung fördern und dabei mithelfen, der nächsten Generation Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, die ein Unternehmen braucht um zu florieren. 

Dies sind nur einige Beispiele. Ein Unternehmen hat sehr viele Möglichkeiten dazu beizutragen, dass der Schritt in eine bessere Zukunft für Kinder gemacht wird. 

Was nützen die Grundsätze?

In den Kinderrechts- und Unternehmensgrundsätzen sind die wichtigsten Maßnahmen zusammengefasst, die ein Unternehmen einleiten kann, wenn es sich für die Rechte der Kinder einsetzen möchte. Einfache Handlungen können ein großen Unterschied machen - wie zum Beispiel negative Auswirkungen auf Kinderrechte im Unternehmen vorzubeugen und direkt anzusprechen.

Die Grundsätze beschreiben im Detail, wie ein Unternehmen diese Maßnahmen anwenden kann, um Kinderrechte zu unterstützen. 

Bei der Erarbeitung der Grundsätze wurde die enorme Handlungsmacht berücksichtigt, die Unternehmen - ob groß oder klein - in einer Gesellschaft zukommt. Aus diesem Grund sollen insbesondere bessere Geschäftspraktiken in den Betrieben gefördert werden. Die gesamte internationale unternehmerische Gemeinschaft wird dabei ersucht, ihren Einfluss auf die Rechte der Kinder zu evaluieren und aktiv zu werden, um für die Kinder der Welt einen Unterschied zu machen.


Der erste Grundsatz der Richtlinien.
Der erste Grundsatz der Richtlinien.
Alle Grundsätze auf einen Blick.
Alle Grundsätze auf einen Blick.

Maßnahmen für Unternehmen

Die 10 Grundsätze identifizieren Maßnahmen für Unternehmen um Kinderrechte zu respektieren und zu unterstützen.

Grundsatz 1

umfasst die drei Kernmaßnahmen, die angewendet werden müssen, um der unternehmerischen sozialen Verantwortung, Kinderrechte zu respektieren, nachzukommen - Verpflichtung gegenüber den Grundsätzen, Sorgfaltspflicht und nachhaltige Verbesserung. Alle Unternehmen werden dazu ermutigt über den Respekt für Kinderrechte hinaus, die nächsten Schritte hin zur Unterstützung und Förderung der Kinderrechte zu machen. 

Diese Maßnahmen basieren auf den vier Grundprinzipien der Kinderrechte: 

  1. Überleben und Entwicklung
  2. Sorge um die Interessen der Kinder
  3. Partizipation und Ausdrucksfreiheit
  4. Gleichbehandlung ungeachtet ihres Status wie Abstammung, Geschlecht oder Behinderung.

In den verbleibenden neun Grundsätzen fordern wir Unternehmen dazu auf, die Kernmaßnahmen in ihre Strategie und Abläufe einzugliedern. Es ist besonders wichtig zu wissen, welchen Einfluss Ihre unternehmerischen Handlungen und Beziehungen, die mit dem Arbeitsplatz, dem Markt, der Gemeinschaft und der Umgebung in Verbindung stehen, auf die Kinder und ihre Rechte haben. 

Diese Grundsätze können in folgende Bereiche aufgeteilt werden: 

  1. Verantwortung über die Rechte der Kinder erfüllen und sich dazu verpflichten, diese zu unterstützen.  
  2. Dazu beitragen, Kinderarbeit in allen unternehmerischen Handlungen und Beziehungen zu eliminieren.  
  3. Junge Angestellte, Eltern und Betreuer mit angemessender Arbeit versorgen.  
  4. Schutz und Sicherheit von Kindern in allen unternehmerischen Handlungen und Einrichtungen garantieren.
  5. Sicherheit der Produkte und Dienstleistungen garantieren und durch diese eine Unterstützung der Kinderrechte erstreben.  
  6. Verwendung von Marketing und Werbung, die Kinderrechte respektiert und unterstützt.  
  7. Kinderrechte im Bezug auf die Umgebung, Landakquise und -verwendung respektieren und unterstützen.  
  8. Kinderrechte bei Sicherungsabsprachen respektieren und unterstützen.  
  9. Kindern in Katastrophenfällen helfen und sie schützen.   
  10. Anstrengungen der Gemeinde und Regierungen verstärken, um Kinderrechte zu schützen und ihnen nachzukommen.

Zwei Beispiele aus der Praxis

Internationale Bekleidungsfirma 

Eine internationale Bekleidungsfirma arbeitete mit einer Nicht-Regierungsorganisation (NGO) für Kinder- und Frauenrechte zusammen, um eine Beschwerdestelle für die örtlichen Lieferanten in Bangladesch aufzustellen. Die NGO hatte besonders gute Kenntnisse in der Zusammenarbeit mit Frauen und Kindern und stellte eine vertrauenswürdige Anlaufstelle dar, bei der ArbeiterInnen ihre Beschwerden anbringen konnten. Dies war für sie ein alternativer und sicherer Weg mit der Bekleidungsfirma in Kontakt zu treten und sie über ihre Probleme am Arbeitsplatz zu informieren. Durch dieses System erhielt das Unternehmen wertvolles Feedback seiner ArbeiterInnen. Das erleichtert es der Bekleidungsfirma gezielt auf die Probleme der ArbeiterInnen einzugehen und die Situation zu verbessern. 

Globale Möbelfirma 

Eine globale Möbelfirma hat eine umfassende Herangehensweise entwickelt, um Kinderarbeit in ihrer Lieferkette auszuschließen. Den Lieferanten wurde ein korrektiver Handlungsplan vorgelegt, der zum Einsatz kommt, wenn Kinderarbeit bei ihnen festgestellt wurde. Dabei wird unter Berücksichtigung vieler Faktoren wie Alter, Familie, die soziale Situation des Kindes und seiner Ausbildung im besten Interesse der Kinder gehandelt. Der Handlungsplan betont, dass Unternehmen die Kinder nicht einfach von einem Arbeitsplatz zum anderen verlegen, sondern ihnen nachhaltige und realisierbare Alternativen bieten sollen, um die Kinder zu involvieren. 

Seit 2000 ist die Möbelfirma in einer langfristigen Partnerschaft mit Kinderrechtsorganisationen um Kinderarbeit in ländlichen Gemeinden vorzubeugen und abzuschaffen. Als Teil der Partnerschaft werden auch weitreichende Programme unterstützt, die das Bewusstsein für Kinderarbeit fördern und örtliche Gemeinden mobilisieren, Anmeldungen an den Schulen steigern und die Qualität der Ausbildung verbessern sollen. Ihr Ziel ist es, dass in Zukunft Buben und Mädchen ihre Ausbildung abschließen können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Herangehensweise ist die Bildung von Selbsthilfegruppen für die Frauen der ländlichen Regionen. Hier wird ihnen geholfen, ihren wirtschaftlichen, sozialen und legalen Status zu erhöhen. Das ist durch einen besseren Zugang zu Krediten und Erwerbstätigkeit zu erreichen. Dadurch wird die immense finanzielle Belastung, mit der ein Großteil der Familien kämpfen, reduziert – der Hauptgrund weshalb viele Familien ihre Kinder arbeiten schicken. 

Weitere Beispiele aus der Praxis und detaillierte Informationen zu den einzelnen Kinderrechts- und Unternehmensgrundsätzen finden Sie hier