Kinder auf der Flucht

Flucht und Migration haben ein junges Gesicht. Nach neuesten Schätzungen von UNICEF wachsen heute weltweit fast 50 Millionen Kinder in der Fremde auf. Mehr als die Hälfte von ihnen – rund 28 Millionen Mädchen und Buben – sind aufgrund von Kriegen und anderen gefährlichen Situationen auf der Flucht. Darin eingerechnet sind schätzungsweise 17 Millionen Kinder und Jugendliche, die innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben wurden. Je nach Situation gelten diese Mädchen und Buben als Migranten, Flüchtlinge, Asylsuchende oder Binnenvertriebene – aber sie sind vor allem eins: Kinder. 


Bitte helfen Sie den Kindern!
Spendensumme*
Weiter zum Formular

Aktuelle Zahlen & Fakten

Bis Mitte Mai 2017 sind auf der gefährlichen Mittelmeerroute von Nordafrika nach Italien  200 Kinder gestorben – das entspricht mehr als einem Kind täglich. 

Mindestens 28 Millionen Kinder wurden durch Gewalt und Krieg entwurzelt und vertrieben, davon sind 11 Millionen auf der Flucht oder Asyl suchend. Besonders gefährdet sind Kinder, die ohne ihre Eltern flüchten mussten. 300.000 Kinder waren es zwischen 2015 und 2016, 9 von 10 der in Italien im Jahr 2016 angekommenen Kinder waren ohne Begleitung. 

Viele dieser geflüchteten Kinder werden in Europa aufwachsen und sind zukünftige EU-BürgerInnen. Sie sollten an erster Stelle als Kinder wahrgenommen werden, ungeachtet ihres Migrationsstatus. Die Mitgliedstaaten müssen mehr in sie investieren und sie zugleich stärken, sodass sie ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft werden. 

UNICEF ist zutiefst besorgt über die fehlenden Schutzmaßnahmen für Flüchtlingskinder in Europa. Bisher wurden von seitens der EU und der Mitgliedstaaten viel zu wenig getan, um die jeweiligen Bedürfnisse und Probleme von Flüchtlingskindern anzusprechen. So müssen zum Beispiel Kinder in Schweden bis zu einem Jahr warten, bis sie in einem Asylverfahren angehört werden. In Griechenland gestrandete Kinder sind im Durchschnitt bereits seit 20 Monaten nicht mehr in der Schule gewesen. Viele Kinder müssen zudem mehr als ein Jahr warten, um ihre Familienmitglieder in anderen EU-Staaten zu erreichen – dadurch sind Kinder oft einer großen Gefahr ausgesetzt oder geraten in die Hände von Schleppern. 

Warum müssen so viele Kinder flüchten?

Zwei Kinder bringen Feuerwehrmännern essen. Der IS hat nach dem Rückzug Brände gelegt.
Qayyara, Irak: Vor ihrem Rückzug aus diesem Gebiet legten IS-Kämpfer Feuer.
  • Der Krieg in Syrien trieb mehr Menschen in die Flucht als jede andere Krise in den letzten Jahren. 70% der in Italien angekommenen Kinder sind aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan.
  • Der Südsudan, Jemen und Nordost Nigeria leiden gerade unter Hungersnöten oder sind knapp davor. 1.5 Millionen Kinder werden dort schätzungsweise von lebensbedrohlicher Mangelernährung betroffen sein. Zwischen 2015 und 2016 stieg die Zahl der von Hungersnöten bedrohten Menschen um ca. 30 Millionen.
  • Armut ist weiterhin ein großer Faktor. Wenn die aktuellen Trends anhalten, werden bis Ende 2030 167 Millionen Kinder in extremer Armut leben – 90% davon in Subsahara Afrika.
  • Klima: Mehr als 500 Millionen Kinder leben in Gebieten, die stark von Überflutungen betroffen sind, 160 Millionen leben in Zonen, die ein hohes Risiko für lange Dürreperioden aufweisen.
Die kleine Adra ist erleichert die gefährliche Überfahrt aus dem Irak nach Griechenland überstanden zu haben.
© UNICEF/UNI197502/Gilbertson. Adra (7) hat die gefährliche Überfahrt aus dem Irak überstanden

"Wir fühlten uns, als würden wir sterben."


Adra, 7, und ihre Familie mussten aus dem Irak flüchten, nachdem sie von Extremistengruppen bedroht wurden. Um nach Europa zu gelangen, unternahm die Familie die Fahrt über das Mittelmeer.

Die Bootsüberfahrt ist für Kinder auf der Flucht lebensgefährlich: starke Unterkühlung, Dehydrierung und Winterstürme am offenen Meer machen die Überfahrt derzeit noch risikoreicher als sonst.

Völlig durchnässt und in eine Decke eingehüllt erreicht Adra die Küste von Lesbos: „Ich hatte große Angst. Wir fühlten uns, als würden wir sterben. Nur in den Armen meines Vaters fühlte ich mich sicher,“ sagt die Siebenjährige über ihre gefährliche Reise.

So hilft UNICEF - so hilft Ihre Spende

Syrische Mädchen fühlen sich in einem provisorischen Flüchtlingscamp sicher.
Syrische Mädchen in einem Camp im Libanon

UNICEF hilft vor Ort:

Parallel zu dem Engagement für Flüchtlingskinder in Europa muss auch die humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe in den Herkunftsländern stärker unterstützt sowie die Bemühungen zur Beendigung von Konflikten und zur Bekämpfung der Armut verstärkt werden.

Syrien und die Nachbarländer sind von den Konflikten schwer gezeichnet. UNICEF verteilt gemeinsam mit PartnerInnen vor Ort Hygiene-Sets, errichtet Brunnen und sanitäre Anlagen. Medizinische Grundversorgung und Nahrungsmittel sind überlebenswichtig, seit Mai konnten wir über 2 Millionen Kinder impfen und tausende mangelernährte Kinder mit therapeutischer Nahrung versorgen.

Ein syrisches Mädchen in einem mazedonischen Flüchtlingscamp hofft ihren Vater bald wiederzusehen.
Lamar aus Syrien freut sich auf die Wiedervereinigung mit ihrer Familie.

UNICEF hilft Kindern auf der Flucht:

UNICEF leistet psychosoziale Hilfe für Familien auf der Flucht und hat sogenannte kinderfreundliche Zonen eingerichtet. Dies ist ein abgegrenzter Bereich, in dem sich Kinder und Mütter aufhalten, erholen und ein Stück Normalität im Chaos erfahren können. Außerdem wurde im November begonnen Winterkleidung, Kinderschuhe, Decken sowie Hygienesets zu verteilen. Es wird dafür gesorgt, dass alle von UNICEF unterstützten kinderfreundlichen Zonen in Kroatien, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Serbien und bald auch Slowenien und Griechenland beheizt und wetterfest sind.

Appell an die Regierungen

UNICEF appelliert an die Regierungen, folgende Ziele für Kinder zu unterstützen:

  • Geflüchtete und migrierte Kinder vor Gewalt und Ausbeutung schützen.
  • Die Inhaftierung von Kindern aufgrund ihres Aufenthaltsstatus beenden.
  • Die Zusammenführung von unbegleiteten Kindern mit ihren Familien muss vereinfacht und die Staatenlosigkeit von Kindern verhindert werden.
  • Geflüchtete und migrierte Kinder müssen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung erhalten.
  • Die Bekämpfung von Fluchtursachen vor Ort, damit Kinder und deren Familien nicht aufgrund von Gewalt und Gefahren ihr Zuhause verlassen müssen.
  • Diskriminierung und Marginalisierung gegenüber geflüchteten und migrierten Kindern in den Transit- und Zielländern vorbeugen.

Weltweite Unterbringung von Flüchtlingen

Die zehn Länder, welche bisher am meisten Flüchtlinge beherbergen, liegen allesamt in Afrika und Asien. In der Türkei werden momentan die meisten Flüchtlinge versorgt. Gemessen an der Einwohnerzahl, sorgt der Libanon für die meisten Flüchtenden – statistisch gesehen ist jede fünfte Person im Libanon ein Flüchtling.

Auch ärmere Länder leisten unglaubliche Hilfe: Bezogen auf die eigene Wirtschaftskraft und das durchschnittliche Einkommen in der Bevölkerung, weisen Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo und Pakistan die höchste Konzentration an Flüchtlingen auf.

Hier finden Sie den aktuellen Bericht zur Lage der Kinder auf der Flucht (Download, PDF, Englisch, 884KB)

Kinder-Nothilfe Paket

Ein kleiner Junge in Syrien bekommt Winterbekleidung von UNICEF.
Ein Bub in Syrien wartet auf seine Winterkleidung von UNICEF.

Um 14,10 Euro statten Sie ein Kind mit lebenswichtigen Soforthilfsgütern aus. Schenken Sie Nahrung und Schutz: Mit Erdnusspaste, einer Decke, Impfstoff und Wasserreinigungstabletten.

Bitte helfen Sie Kindern auf der Flucht noch heute mit Ihrer Spende!

Bitte helfen Sie den Kindern!
Spendensumme*
Weiter zum Formular




Ein syrisches Mädchen bekommt Nothilfegüter in einem Flüchtlingscamp im Irak.

Nothilfe Syrien

Täglich müssen syrische Familien vor Terror, Angst und Gewalt flüchten. Eltern versuchen verzweifelt ihre Kinder in Sicherheit zu bringen, denn sie sind besonders in Gefahr. Nothilfe Syrien

Ein syrisches Kind in einer provisorischen Unterkunft.

Nothilfe Irak, Libanon & Jordanien

4,2 Millionen Flüchtlinge sind aus Syrien in die Nachbarländer geflohen.
Nothilfe Irak, Libanon & Jordanien

Eine Gruppe von Kindern freut sich über UNICEF Hilfe in Bangladesch

UNICEF hilft

Wir arbeiten weltweit dafür, so vielen Kindern wie möglich beim Überleben zu helfen. Sie vor Missbrauch und Gewalt zu schützen und für ihre Schulbildung zu sorgen. UNICEF hilft




News zu Kinder auf der Flucht

17.05.2017

Migration und Flucht: Fünffacher Anstieg der alleine reisenden Kinder seit 2010

Neuer UNICEF-Report "A Child is a Child" zeigt eine globale Momentaufnahme der Situation von Flüchtlings- und Migrantenkindern und fordert G7-PolitikerInnen zum Handeln auf.

Kategorie: unicef.at, Nothilfe, Kinder auf der Flucht, Startseite, Newsbox, Pressemeldungen, Newsbereich, Topnews

24.01.2017

Schulen in Ost-Mossul wieder geöffnet

16.000 SchülerInnen in Ost-Mossul gehen mit Hilfe von UNICEF seit Sonntag wieder in die Schule. Währenddessen warnt UNICEF gemeinsam mit anderen internationalen Hilfsorganisationen vor der Zuspitzung der Situation im Westteil von Mossul.

Kategorie: Nothilfe, Kinder auf der Flucht, Startseite, Slider, Newsbox, Pressemeldungen, Newsbereich, Topnews, Programme, Bildung

20.01.2017

UNICEF warnt: Große Gefahr für Kinder auf der Flucht durch Winterkälte

Durch die andauernde Winterkälte in Zentral-, Ost- und Südeuropa leiden viele geflüchtete und migrierte Kinder unter Atemwegserkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen. Einige könnten sogar an Unterkühlung sterben, so UNICEF heute.

Kategorie: unicef.at, Nothilfe, Kinder auf der Flucht, UNICEF (Österreich), Startseite, Slider, Newsbox, Pressemeldungen, Newsbereich, Topnews

Treffer 1 bis 3 von 43