Klimawandel

Der siebenjährige Roger lebt an der Nordwestküste von Tanna in Vanuatu. Er zeigt eine Kumala (Süßkartoffel) und erklärt, dass in drei Monaten sie dreimal so groß sein sollte. Durch den El Niño kam es jedoch zu extremen Dürren und Hitzeperioden, wodurch in seinem Dorf kaum Ernte erhalten blieb.
Viele Familien in Äthiopien müssen auf der Suche nach Wasser weite Strecken hinter sich legen. Durch El Niño kam es zu extremen Dürreperioden und die letzten zwei Regenzeiten haben fast beinahe ausgesetzt. Dadurch sind momentan knapp sechs Millionen Kinder auf Ernährungsprogramme von internationalen Hilfsorganisationen wie UNICEF angewiesen.
Dürre führt in Kenia schon seit hunderten von Jahren zu Massenflucht auf der Suche nach Wasser und Erntefeldern. Viele Familien müssen sich im Zuge der Migration trennen, so wie Idhila und ihre sechs Kinder. In diesem Jahr kam es durch El Niño zu einem anderen Extrem in Kenia: hunderte von Menschen sind durch Überflutungen ums Leben gekommen.

Durch den Klimawandel und die damit verbundenen Folgen wie Dürre, Überflutungen oder Wasserknappheit sind Kinder einer immer größeren Gefahr ausgesetzt. Das Wetterphänomen El Niño stellt momentan die größte umweltbedingte Gefahr dar und hatte bereits verheerende Auswirkungen auf Kinder weltweit.

El Niño ist ein globales Wetterphänomen, das Millionen von Menschen beeinflusst. Es handelt sich dabei um die Erwärmung der Oberfläche des Meerwassers im östlichen tropischen Pazifik. In den letzten Jahrzehnten kam das Phänomen alle zwei bis sieben Jahre vor und dauert normalerweise zwischen sechs bis 18 Monate. Im März 2015 gab die National Oceanographic and Atmospheric Administration (NOAA) offiziell ein El Niño Wetterereignis für 2015 bekannt, mit der Folge von unterdrückten Regenfällen in den nördlichen Gebieten Ostafrikas und dem Süden des Kontinents. Dadurch kam es zu ausgefallener Ernte und viele Bauern und Bäuerinnen verloren ihre Existenzsicherung. NOAA zufolge habe der El Niño vom Jahr 2015 die verheerendsten Auswirkungen auf die Menschen seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1950 gehabt. 

Durch das Wetterphänomen El Niño kam es in weiten Teilen Afrikas zu Dürre und umweltbedingten Gefahren. Millionen von Kinder leiden unter Lebensmittelunsicherheit, Wasserknappheit, Krankheiten, Unsicherheit und Bildungsmangel. Innerhalb der letzten zwei Jahre kam es zu den heftigsten El Niño-Wetterereignissen seit 50 Jahren. Durch die Dürre oder Überschwemmungen kam es zur Zerstörung der Ernte in vielen Ländern Afrikas. 

Im Jahr 2014 und 2015 wurde in Zimbabwe und Lesotho der Ausnahmezustand ausgerufen und der gesamte Ernteertrag in Südafrika ist um 30 Prozent zurückgegangen. Von den finanziellen Anforderungen für finanzielle Unterstützungsmaßnahmen wurden bisher nur 15 Prozent abgedeckt.  In Äthiopien ist die Lage besonders ernst: nachdem die Regenzeit zweimal beinahe ausgesetzt hat, sind beinahe sechs Millionen Kinder auf Hilfsgüter angewiesen. Viele Kinder leiden bereits unter akuter Mangel- und Unterernährung. 1,1 Millionen Menschen in Somalia wurden Binnenvertriebene durch El Niño. Mehr als zwei Drittel davon sind von Nahrungsmittelhilfe abhängig.  In Kenia kam es durch die starken Regenfälle und damit verbundenen sanitären Probleme zu vielen Cholera-Ausbrüchen.

Das Wetterphänomen  El Niño dauert einige Monate, jedoch bleiben die Folgen für Kinder jahrelang bestehen. Bereits heute sind die Auswirkungen für Kinder in Bezug auf Mangel- und Unterernährung, Schulabstinenz, erhöhtes Missbrauchsrisiko, seelische Belastung und Flucht  deutlich zu spüren. 

Die Folgen von El Niño sind beinahe auf jedem Kontinent der Erde zu spüren. Wie auch bei anderen Naturkatastrophen und extremen Wetterereignissen, sind Kinder immer am stärksten betroffen. Am meisten werden jedoch Kinder aus den östlichen und südlichen Regionen Afrikas in Mitleidenschaft gezogen. Viele Kinder sind täglich mit Dürre, Wasserknappheit und Konflikten konfrontiert. 

El Niño und der voranschreitende Klimawandel sind zwei gefährliche Aspekte für den Schutz und die Gesundheit von Kindern, vor allem weil die Auswirkungen am stärksten die ärmsten Länder der Welt betreffen. Viele Länder Afrikas verfügen über geringe Adaptierungsmaßnahmen und Hilfeleistungen. Daher sind sie besonders von der humanitären Hilfe internationaler Organisationen abhängig. 

Laut Schätzungen der UN benötigen beinahe eine Million Kinder weltweit eine Behandlung gegen Mangel- und Unterernährung. 

Global Climate Change and Child Health (2009)

This paper reviews the published evidence of pathways and impacts of global climate change on child health. The review was occasioned by the recognition that most of the work to date on climate change and health lacks clear focus on the children's dimension, while the climate change and children literature tends to be brief or imprecise on the complex health aspects.
The analysis explores the hypothesis of disproportionate vulnerability of children’s health to environmental factors, specifically those most closely related to climate change. 2009

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Our climate, our children, our responsibility (2008)

This report by UNICEF UK draws attention to the impacts of climate change upon children. UNICEF UK has provided a valuable contribution to the analysis and reporting on climate change, drawing attention to the specific risks faced by children, who are more vulnerable and in no way responsible for their position. 2008

Download "Our climate, our children, our responsibility" (pdf, engl., 2,03 MB)

Climate Change and Children (2008)

The study reviews the implications of climate change for children and future generations, drawing on relevant experiences in different sectors and countries of promoting child rights and well-being. It traces in considerable detail the pathways through which shifts in temperature and precipitation patterns create serious additional barriers to the achievement of the child survival, development and protection goals embraced by the international community. The role of children as vital participants and agents of change emerges as a key theme. 2008

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